So gelingt glutenfreies Backen

Backe, backe Kuchen…. Da schmeißt man bloß etwas Mehl, Milch und ein Ei in eine Schüssel und im Handumdrehen formt man eine perfekte Teigkugel.


Hast du schon einmal einen glutenfreien Teig zubereitet? Wenn ja, dann hast du bestimmt rasch festgestellt, dass hierbei im Handumdrehen nichts passiert, außer ein klebriger Teig zwischen den Fingern und das aufsteigende Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben.


Die Arme weggestreckt, die Handflächen Richtung Körper gedreht und die Finger etwas angewidert gespreizt, huscht der Blick nervös über das Rezept. Hmm… Scheint, als würde alles passen – keine Zutat wurde vergessen.


Warum zur Hölle klebt der Teig dann so widerspenstig an den Fingern und lässt sich so gar nicht locker flockig im Handumdrehen zum Lieblingsgebäck verarbeiten?!?


Die Schuld trägst jedenfalls nicht du, meistens zumindest nicht! Es ist die Eigenschaft des glutenfreien Teiges. Glutenfrei bedeute nämlich – no na – ohne Gluten. Weizen (sowie Roggen und Dinkel) beinhaltet Gluten, weshalb ein glutenfreier Teig nicht mit diesen Mehlsorten zubereitet wird.


Weizen besteht zum einen Teil aus Gluten und zum anderen Teil aus Fruktane. Gluten ist das Eiweiß und Fruktane die Kohlehydrate des Weizenkorns.


Wer sich bereits gut in der low FODMAP Welt auskennt, weiß, dass Gluten als Eiweiß keine Rolle bei low FODMAP spielen kann, denn FODMAPs sind KOHELHYDRATE und keine Eiweiße. Warum redet dann jeder über “glutenfrei” und warum verwendet man bei low FODMAP glutenfreies Mehl?


Warum glutenfrei bei Reizdarm?

Ich möchte dir kurz in Erinnerung rufen, dass bei der low FODMAP Ernährung Lebensmittel mit hohem FODMAP Gehalt vermieden bzw. reduziert werden. Weizen beinhaltet, wie eben erwähnt, Fruktane. Fruktane sind FODMAPs, daher kann Weizen bei Betroffenen zu Beschwerden führen.


Als low FODMAPper ist man also auf der Suche nach low FODMAP Produkten. Beinhaltet ein Produkt Weizen, ist es high FODMAP. Beinhaltet ein Produkt kein Weizen, könnte es low FODMAP sein. „Könnte“, weil natürlich kommt es darauf an, welche andere Zutaten noch im entsprechenden Produkt vorhanden sind.


Sprechen wir aber von Mehl, so ist "weizenfrei" jedenfalls schon eine heiße Spur für alle, die sich low FODMAP ernähren, weil es keine Fruktane aus dem Weizen beinhaltet. Beinhaltet ein Produkt kein Weizen, beinhaltet es auch kein Gluten.


Nun stellt sich die Frage: Steht auf Produkten ohne Weizen häufiger „Fruktanfrei“ oder „Glutenfrei“? Richtig, letzteres ist der Fall. Und aus diesem Grund finden sich low FODMAPper oftmals in der glutenfreien Abteilung wieder. Nicht, weil sie tunlichst auf Gluten verzichten, sondern, weil “glutenfrei” bedeutet, das entsprechende Produkt enthält kein Weizen und demnach auch keine Fruktane.


Tadaaa! Das ist der Grund, warum wir bei low FODMAP oft von “Glutenfrei” sprechen, aber genau genommen “Weizenfrei” meinen.

Als letzte Randnotiz bitte ich dich jedenfalls nicht zu vergessen, dass glutenfrei keinesfalls automatisch low FODMAP bedeutet. Ein glutenfreies Produkt kann immer noch andere high FODMAP Zutaten beinhalten wie z.B. Zwiebel, Knoblauch, Sellerie etc. Der Blick auf die Rückseite der Verpackung lohnt sich daher immer.


Hast du bereits Erfahrungen gesammelt mit einer selbstgemachten low FODMAP Mehlmischung? Kommentiere herzlich gerne am Ende des Blogartikels und tausche dich mit mir und der myFODMAP Community aus! ❤

Low FODMAP Mehlmischungen kaufen oder selber machen?

So, nun zurück zum eigentlichen Thema dieses Beitrags: Low FODMAP Mehl selbst machen und damit auch wirklich backen können.


Am Anfang meiner low FODMAP Zeit hatte ich wirklich nicht viel Ahnung, also wirklich nicht. Vielleicht geht es dir gerade ähnlich. Ich möchte dir sagen: Das ist nichts Verwerfliches, schließlich kommt die Erfahrung mit der Zeit.


Ich dachte damals, ich sei ein schlauer Fuchs und würde einfach das Buchweizenmehl statt des normalen Weizenmehls verwenden und demnach der Problematik mit den Fruktanen entgehen. Das Lachen ist mir dann aber sehr rasch vergangen.

Weder die Konsistenz noch der Geschmack glichen auch nur ansatzweise dem erwarteten Backergebnis.