Reizdarm? Nein Danke!

Der Reizdarm, was ist das eigentlich?  Die einen bezeichnen ihn als Krankheit, andere als eine Symptomgruppe, deren Ursache unklar ist, wieder andere meinen, es sei bloße Einbildung.

Der erste Schritt, mit einem Reizdarm umzugehen, ist ihn zu akzeptieren. Aus diesem Grund sehe ich ihn als eine Eigenschaft meines Körpers. Wir können unsere Energien nämlich dafür ver(sch)wenden, um den Reizdarm loszuwerden (was leider nicht möglich ist) oder wir fokussieren uns auf den richtigen Umgang mit unserem Reizdarm, um nicht den Reizdarm, sondern die Symptome loszuwerden.

darm beleidigt.png

Die Reizdarm Symptome

Eine wesentliche Eigenschaft des Reizdarms ist die Tatsache, dass ihm keine physischen oder anatomischen Gebrechen zugrunde liegen. Das bedeutet jedenfalls nicht, dass Betroffene nicht unter Einschränkungen und Schmerzen leiden. Menschen mit Reizdarm leiden sehr oft an chronischen, sich wiederholenden Symptomen. Dazu zählen:

  • Blähungen

  • Unwohlsein

  • Gefühl unvollständiger Entleerung

  • Ausdehnung des Darmtrakts

  • Diarrhoe (Durchfall)

  • Obstipation (Verstopfung)

  • Unterbauchschmerzen

  • Übermäßige Gasbildung

Keine Reizdarm Symptome

kein reizdarm.png

Es gibt auch Symptome, bei denen nicht von einem Reizdarm ausgegangen wird und welche jedenfalls eine sofortige Abklärung beim Arzt erfordern.

Es ist daher wichtig, dass du dich in jedem Fall von deinem Arzt jährlich durchchecken lässt und sämtliche ernsthafte Erkrankungen ausschließen kannst.

  • Blutarmut

  • Darmblutungen

  • rasche und ungewollte Gewichtsabnahme

  • plötzliches hohes Fieber in Verbindung mit Bauchschmerzen

  • nächtlich auftretende starke Schmerzen

  • etc.

Reizdarm behandeln

Es gibt nicht „die eine richtige Behandlung“ zur Heilung eines Reizdarms. So individuell die Wahrnehmung der Beschwerden ist, so variieren auch die notwendigen Behandlungsschritte von Person zu Person. Elemente einer erfolgreichen Therapie beim Reizdarmsyndrom sind aber jedenfalls:

  • Aufklärung

  • Diagnoseabsicherung

  • Lebensgewohnheiten (Stress, Routinen, Sorgen, etc.)

  • Temporäre Medikation

  • Regelmäßige Bewegung zur Lockerung der Krämpfe

  • Bauchhypnose

  • Ernährungsgewohnheiten: FODMAP Strategie

Die 4 Reizdarm Typen

17.png

Blähungen

18.png

Durchfall

19.png

Verstopfung

20.png

Schmerz

Ein Reizdarm kann sich auf unterschiedliche Arten erkenntlich machen. Manche leiden vermehrt unter Durchfall, andere unter Verstopfungen oder sogar beidem im Wechsel. Auch vermehrte Blähungen oder ständige Krämpfe deuten auf einen Reizdarm hin.

Es wird daher von 4 verschiedenen Haupt-Reizdarm-Typen gesprochen. Es gibt dabei jedenfalls auch Mischformen. Diese unterschiedlichen Ausprägungen der Beschwerden sind ein wesentliches Merkmal des Reizdarms und erschweren die Diagnostik.

 

 

Je nach deinem Lebensumstand (Stress, Trauer, etc.) können sich deine Beschwerden verändern. Wichtig zu merken ist jedenfalls, dass es nicht nur den EINEN WAHREN REIZDARM gibt!

Medikamente

Der Reizdarm ist eine
Ausschluss Diagnose.

Es müssen alle anderen ernsthaften Erkrankungen ausgeschlossen werden, bevor ein Reizdarm diagnostiziert wird.

Untersuchung & Diagnose

Ärzte diagnostizieren das Reizdarmsyndrom basierend auf dem Standard der sogenannten ROME Kriterien. Die aktuellste von Forschern und Gastrologen definierte Version, sind die ROME III Kriterien. Diese besagen, dass eine Person an Reizdarm leidet wenn… 6 Monate abdominelles (den Bauch betreffend) Unwohlsein besteht oder abdominelle Schmerzen (Bauchschmerzen) an mindestens 3 Tagen während der letzten 3 Monate mit zumindest 2 der folgenden Symptome auftreten:

Die Schmerzen lassen nach, nachdem du auf der Toilette warst (groß).

Schmerzen mit wahrnehmbarere veränderter Stuhlfrequenz

Schmerzen mit wahrnehmbarer veränderter Stuhlkonsistenz

Es handelt sich um eine funktionelle gastrointestinale Störung (FGIS). Eine ärztliche Untersuchung erfolgt meist mittels Bluttest, einer umfangreichen Untersuchung des Bauchs sowie einer Darmspiegelung. Bei einem Reizdarmsymptom deuten keine der Untersuchungen auf eine zugrunde liegende Ursache hin. Solange sich die Beschwerden nicht verändern, kann im weiteren Verlauf auf diese Untersuchungen verzichtet werden. Es ist aber jedenfalls sinnvoll diese zumindest einmal durchführen zu lassen. 

Gängige Untersuchungen bei Reizdarm

  • Großes Blutbild

  • Ultraschalluntersuchungen

  • Stuhluntersuchung

  • Urinuntersuchung

  • Atemtests:

    • Laktose

    • Fruktose

    • Sorbitol

  • C-reaktives Protein (CRP)

  • Darmspiegelung

  • Schilddrüsenuntersuchung

Ärztliche Anlaufstellen bei Reizdarm

  • Hausarzt

  • Facharzt der inneren Medizin

  • Gastroenterologe

  • Gynäkologin (bei Frauen)

Diese Beiträge könnten interessant sein für dich