11 Fragen zum Thema Reizdarm und low FODMAP an Dr. Fuschelberger (Interview)

Es ist Mittwochabend, mit Diktiergerät und Mundschutz ausgestattet betrete ich die Praxis des Gesundheitszentrum Fuschelberger. „WOW!“, denke ich, „Wäre ich hier Patientin, würde ich regelmäßig Termine vereinbaren, denn der Warte- als auch jeder Behandlungsraum laden zum Bleiben ein!“


Es scheint, als stünde jeder Stuhl, jede Lampe, jede Pflanze und jedes Regal genau an der richtigen Stelle. Dazu eine Farbkombination die so gar nicht an eine Arztpraxis erinnert. Hier hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht, um den Aufenthalt von Patienten und Mitarbeitern in der Praxis von Herr Dr. Fuschelberger so angenehm wie möglich zu gestalten.



Herr Dr. med. Roland Fuschelberger im Wartezimmer des Gesundheitszentrum Fuschelberger in Hall i. Tirol im Gespräch mit myFODMAP.

Als langjähriger Facharzt für Innere Medizin und Allgemeinmediziner ist Herr Dr. Fuschelberger sehr erfahren im Umgang mit Patienten, die unter Verdauungsproblemen wie Reizdarm, Unverträglichkeiten, entzündliche Darmerkrankungen usw. leiden. Es ist mir daher eine große Freude ihm heute meine und auch eure via Instagram gesammelten Fragen zu den Themen Low Fodmap Ernährung und Darmprobleme stellen zu dürfen.


Hier findest du alle 11 Fragen im Überblick

Mit Klick darauf gelangst du direkt zur Antwort.

  1. Ich treffe kaum eine Person, die nicht unter Darmbeschwerden leidet oder nicht mit einem diagnostiziertem Reizdarm zu kämpfen hat. Warum gibt es in der heutigen Zeit so viele Menschen, die unter Problemen mit der Verdauung leiden?

  2. Welchen Rat erhält ein Patient jedenfalls im Gesundheitszentrum Fuschelberger?

  3. Essen ist ein körperliches Bedürfnis. Doch auch unsere Seele hat dabei ein Wörtchen mitzureden. Welche Rolle spielen die Emotionen bei Menschen mit Reizdarm oder Reizdarm-ähnlichen Symptomen?

  4. Die low FODMAP Ernährungsform soll in erster Linie Menschen mit Reizdarmsyndrom helfen, ihre Beschwerden zu lindern. Können auch Menschen ohne Diagnose Reizdarm das low FODMAP Prinzip verfolgen?

  5. Wie streng sollte man sich, besonders zu Beginn, an die low FODMAP Lebensmittellisten halten? Gibt es auch eine abgeschwächte Methode für Einsteiger?

  6. Bei manchen Ernährungsformen hört man, dass es zu Mangelerscheinungen kommen kann. Ist das auch bei der low FODMAP Ernährungsform der Fall und können Nahrungsergänzungsmittel helfen?

  7. Ist es ratsam, eine ärztliche Begleitung für die low FODMAP Ernährungsform in Anspruch zu nehmen? Können Nebenwirkungen bei low FODMAP auftreten?

  8. Was ist der Grund bzw. was kann man tun, wenn die Beschwerden trotz low FODMAP zurückkommen?

  9. Worauf sollten Reizdarm Betroffene bei der Auswahl von Präbiotika und Probiotika achten?

  10. Sind Lebensmittel Unverträglichkeitstests verlässlich und könne sie Reizdarm Betroffenen helfen?

  11. Können hormonelle Verhütungsmethoden eine Auswirkung auf Verdauungsstörungen haben bzw. kann ein Zusammenhang zwischen starken Menstruationsbeschwerden, hormoneller Verhütung und Verdauungsproblemen bestehen?



Ich treffe kaum eine Person, die nicht unter Darmbeschwerden leidet oder nicht mit einem diagnostiziertem Reizdarm zu kämpfen hat. Warum gibt es in der heutigen Zeit so viele Menschen, die unter Problemen mit der Verdauung leiden?


Dr. Fuschelberger:


Ein Reizdarm wird dann festgestellt, wenn alle anderen möglichen Ursachen wie entzündliche Darmerkrankungen, Lebensmittelintoleranzen und andere Allergien bzw. Erkrankungen ausgeschlossen wurden. Je genauer man allerdings hinschaut, desto kleiner wird die Zahl an Reizdarmpatienten, da in vielen Fällen doch ein zugrundeliegender Auslöser der Beschwerden gefunden werden kann. Nichtsdestotrotz bleibt die Zahl der Reizdarm Betroffenen hoch und das kann meiner Meinung nach auf zwei wesentliche Faktoren zurückgeführt werden:


Der Darmbereich ist auch ein psychosomatischer Bereich, auf den Stressfaktoren starken Einfluss nehmen können.

Umweltfaktoren wie Toxine und Antibiotikagaben wirken sich stark auf die Darmflora aus.

Der Mensch ist zum Glück sehr anpassungsfähig und hält vieles aus, doch wenn das Belastungsfass einmal voll ist, reicht eine Banalität aus, um es zum Überlaufen zu bringen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, jede Situation der Betroffenen individuell zu betrachten, um herauszufinden, welche Ursachen ausschlaggebend für das Beschwerdebild sein können.

So ist es bei Patienten, die von Bes