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Heilfasten Teil 1 - die Vorbereitung

Ich freue mich, dass du Interesse an meiner Heilfasten Erfahrung inkl. Entlastungstage und Aufbautage hast.


Wie du auf meinem Instagram Account vielleicht mitbekommen hast, habe ich Ende November 2020 gemeinsam mit meiner Schwester und einer Freundin zum ersten Mal Heilfasten ausprobiert. Dabei verzichteten wir 4 Tage lang auf Nahrung. Es gab lediglich 2 Gläser doppelt gesiebten selbst gemachten Obst- und Gemüsesaft und 1 Schüssel selbstgemachte Gemüsebrühe, dazu 2-3 Liter Wasser bzw. ungesüßten Tee.



Dies ist der erste Teil meiner dreiteiligen Blogserie zum Thema Heilfasten nach Buchinger. In diesem Teil erfährst du, welchen Mehrwert Fasten für unser gesamtes System hat und welche entscheidende Rolle die sogenannten Entlastungstage spielen. Denn wie sonst auch so oft im Leben, gilt auch beim Fasten: Vorbereitung ist die halbe Miete.


Fasten ist gesund!

Es gibt sehr viele unterschiedliche Formen des Fastens (Heil-, Basen-, Saftfasten, Mayr-Kur, Schroth-Kur usw.). Im Kern geht es aber stets um den Verzicht auf Genuss- bzw. Nahrungsmittel für einen definierten Zeitraum. Daneben gibt es auch das Prinzip des Intervallfastens, wobei täglich für eine bestimmte Anzahl an Stunden (meistens sind es 16 Stunden) nichts gegessen wird. Davon hast du bestimmt schon einmal gehört.


Wusstest du, dass wir Menschen eigentlich dafür gemacht sind, problemlos längere Phasen ohne Nahrung auszukommen? Unser Körper stellt dabei seinen Stoffwechsel um und gewinnt die notwendige Energie nicht mehr von außen (durch Nahrungsmittel und schnell verfügbare Glucose), sondern von innen (aus Fettspeicher und Protein).


Die Stoffwechsel-Umstellung dauert ca. 2 Tage und wenn der Körper verstanden hat, dass er seine eigenen Energiereserven anzapfen muss, geht es uns Fastenden plötzlich deutlich besser. Man spricht dabei von einem sogenannten Fasten-High.


Wir leben hier in Mitteleuropa in einem Überfluss an Lebensmitteln. Dieses Überangebot entspricht allerdings nicht unserer gesunden Natur und macht uns auf Dauer krank (Diabetes, Übergewicht, Fettleber, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, etc.). Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) spricht sogar davon, dass ca. 80 % aller Krankheiten ernährungsbedingt sind, das ist schon eine Hausnummer!


Fälschlicherweise assoziieren wir Fasten häufig mit Hungern. Dabei kennt man den positiven Effekt des Fastens in verschiedensten Kulturen seit mehreren tausenden Jahren.


Diese Effekte bringt Fasten für dich

Autophagie: Der Zell-Verjüngungs-Effekt

Krankheiten vorbeugen

Reinigung von Darm, Leber und Nieren

Energie-Boost im Alltag

Veränderung der Lebensweise

Steigerung des Selbstbewusstseins



Die Vorbereitung ist entscheidend!

Je nachdem, ob du bereits Erfahrungen mit Fasten gemacht hast, weißt du vielleicht schon, dass die Fastenzeit eine sehr ruhige und entschleunigende Zeit ist. Dies solltest du bei der zeitlichen Planung deiner Fastentage berücksichtigen. Steht ein wichtiges Meeting an, so rate ich dir, die Fastentage erst nach solchen Ereignissen anzusetzen. Sämtliche Verabredungen oder andere Tätigkeiten, die dich stressen können, sag für die Dauer der Fastenzeit ab. Diese Zeit gehört nur dir.


So bereitest du dich aufs Fasten vor

  • Nimm dir Zeit für zwei Entlastungstage vor Beginn des Heilfastens.

  • Verschenke übrig gebliebenes Essen oder verstaue etwaige Versuchungs-Fallen an einem sicheren Ort.

  • Kauf dir Literatur zum Thema Heilfasten oder lies dich online ein und lerne von Experten bzw. Erfahrungen anderer. "Wie neugeboren durch Fasten" von Dr. Med. Hellmut Lützner hat mich durch meinen Fastenversuch begleitet.



  • Ich habe mir eine kleine Liste mit Aktivitäten erstellt, die ich während der Fastentage gerne tun möchte (zB.: Kleiderschrank ausmisten, Puzzle zusammenbauen, Stricken, ein Buch lesen, Yoga, Meditation, Malen, Dekoartikel für die Wohnung shoppen…). So hatte ich immer Ideen, um mich von den Gedanken ans Fasten etwas abzulenken. Denn ganz ehrlich - so ganz ohne Essen kann das ganz schön langweilig werden.

  • Berichte deinem Umfeld von deinen Fastenplänen und erkläre ihnen, dass du für diese Zeit nur bedingt erreichbar sein wirst und wenn, dann nur für ruhige Aktivitäten zur Verfügung stehst.

  • Wenn du Lust hast, dann such dir einen Fasten Buddy. Das kann eine Freundin, ein Familienmitglied oder der/die Partner/Partnerin sein. Gemeinsam ist es oft leichter, solch eine Herausforderung erfolgreich zu meistern.

  • Teile deine Tipps & Erfahrungen zum Thema Entlastungstag und Heilfasten am Ende des Blogartikels in der Kommentar Box mit der myFODMAP Community! ❤


Das Ergebnis meiner Stricksession wurde eine Decke. Eine Decke für eine Playmobil Figur. #derwillezählt


Checkliste für die Fastentage zu Hause

  • Gemütliche Sportkleidung, je nachdem, was du dir für die Tage vorbereitet hast

  • Kleidung, die dich wärmt

  • Wärmflasche

  • Kauf dir alle notwendigen Zutaten für die Entlastungstage

  • Verschiedene Kräutertees

  • Entsafter, dazu ein Geschirrtuch, bei dem es egal ist, wenn es verfärbt wird

  • Optional: Ein Einlaufgefäß (Irrigator) mit 30 cm langem Darmrohr (das gibt es in der Apotheke oder im Sanitätshaus)

  • Optional: Abführtee (etwas später gehe ich auf diesen Punkt genauer ein)


So wie man auch nicht spontan aus dem Nichts einen Marathon läuft (bis auf ein paar Ausnahmen), würde ich auch keine Fastenkur von 100 auf 0 beginnen.


Ein sanfter Einstieg für Körper und Geist mithilfe von Entlastungstagen unterstützt den Fastenerfolg enorm. Wenn ich an meine erste Saftkur denke – da habe ich von heute auf morgen einfach keinen Kaffee mehr getrunken. Ich hatte die schlimmsten Migräneanfälle und Schüttelfrost ähnlich einer Grippe. Man könnte sagen, ich erlebte einen kalten Kaffee Entzug. Das wollte ich keinesfalls ein zweites Mal erleben. Und siehe da – mit etwas Vorbereitung war beim Einstieg ins Heilfasten keine Spur eines Entzugs zu merken.


Gönn dir also unbedingt eine Zeit des langsamen Entwöhnens vom reichlichen Essen sowie vom oft hektischen und stressigen Alltag. Stimme dich mental auf die Tage ein. Mach dir bewusst, dass du das FÜR dich machst, dass es DIR guttun soll und dass DU die wichtigste Person an diesen Tagen des Heilfastens bist. Entlastungstage sind genau dafür gedacht!


Ich habe mich für zwei Entlastungstage entschieden, bevor die wirklichen Fastentage begonnen haben. Diese Tage stimmen den Körper, besonders aber auch die Psyche auf den Nahrungsverzicht ein.


Vielleicht hilft es dir, wenn du dir bestimmte Mantras immer wieder selbst laut vorsagst. Schreib dir zum Beispiel folgende Heilfasten-Mantras auf und klebe sie dir an den Badezimmerspiegel oder an den Kühlschrank. Hier kannst du dir die Mantras herunterladen und als Bildschirmhintergrund für dein Handy verwenden:


Ich bin neugierig, wo die Reise hingeht und bin voller Vertrauen, dass es eine gute Erfahrung wird.


Ich kann mich auf die Natur, meinen Körper, verlassen.


Ich habe mich bewusst zum Heilfasten entschlossen und weiß, dass ich das kann!


Ich bin dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, diese Erfahrung zu machen und ich meinem Körper und Geist Ruhe und Erholung schenken kann.





Entlastungstage - Die Grundprinzipien

  • Verzichte bewusst auf Zigaretten, Alkohol, Süßigkeiten, Koffein und tierische Produkte

  • Um den Kaffeeentzug so gering wie möglich zu halten, starte bereits eine Woche vor den Fastentagen mit reduziertem Kaffeekonsum, sodass du am ersten Entlastungstag maximal eine Tasse schwarzen Kaffee und am zweiten Entlastungstag keinen Kaffee mehr trinkst

  • Iss nur solange, bis du satt bist

  • Entscheide dich für ballaststoffreiche und pflanzliche Lebensmittel

  • Trinke mehr Flüssigkeit als sonst – mindestens 2,5-3 Liter

  • Iss viel Frischkost oder Obst

  • Erstelle dir ein Fastenprotokoll und beginne damit bereits am ersten Entlastungstag (download)

  • Meditiere mindestens einmal am Tag und schaffe so Ruhe und Entspannung in deinem Inneren



Frühstück am Entlastungstag: Polenta-Apfel Brei

Zutaten für 1 Person:

  • 175 ml Mandelmilch

  • 45 g Maisgrieß

  • 1/2 Apfel

  • 1/4 TL Salz (Ur-Salz)

  • 1/4 TL Zimt

  • 1/4 TL Kurkuma

Zubereitung:

  1. Salze die Mandelmilch leicht und rühre den Maisgrieß ein. Lass die Milch aufkochen und rühre immer wieder einmal um.

  2. Als Nächstes rühre den geriebenen Apfel und die Gewürze unter – gib den Deckel darauf. Schalte die Herdplatte aus und lass den Brei noch mind. 20 Minuten ziehen. Fertig!



Mittagessen am Entlastungstag: Grillgemüse mit Kartoffel

Zutaten für 1 Person:

  • Ofengemüse (jedes Gemüse, das dir schmeckt)

  • 1/2 mittelgroße Süßkartoffel

  • 1/2 mittelgroße Zucchini

  • 1/2 Fenchelknolle

  • 1/2 Roter Paprika

  • 1 Prise Salz (Ur-Salz)

  • Kräuter, z. B. Rosmarin, Thymian, Oregano (Link zu Sonnentor?)

  • Hochwertiges Öl, z. B. Oliven-, Hanf– oder Leinöl*

Dazu Salat (jeder frische Salat, der dir schmeckt – Mengen selbst auswählen)

  • Blattsalat

  • Rucola

  • Gurke

  • Kräuter

  • Salz

  • Zitronensaft

  • 1 EL Salatkern Mischung (Kürbis- und Sonnenblumenkerne)

  • Etwas hochwertigen Essig und gutes Öl

Zubereitung:

  1. Schneide die Süßkartoffel, die Zucchini und Paprika in Scheiben, halbiere die Fenchelknolle und leg alles auf ein mit Backpapier belegtes Backblech. Streue Salz und Kräuter über das Gemüse. Backe alles bei 180°C für 15-20 Minuten.

  2. Nimm das Gemüse heraus, richte es auf dem Teller an und beträufle erst jetzt alles mit dem guten Öl (hochwertiges, kaltgepresstes Öl ist hitzeempfindlich). Mit Kräutern bestreuen. Fertig!

  3. Wasche und schneide die Zutaten für deinen Salat. Vermenge alles und verfeinere den Salat mit den Kräutern, dem Zitronensaft, den Kernen und mit Salz, Essig und Öl nach Geschmack.




Abendessen am Entlastungstag: Kürbis Pastinaken Suppe

Zutaten für 2 Personen (kannst du am nächsten Tag Abends aufwärmen)

  • 150 g Kürbis

  • 1 mittelgroße Pastinake

  • 1 kleines Stück Ingwer

  • 1TL Currypulver

  • Ca. 40ml Kokosmilch

  • Salz, Pfeffer

  • 1 TL Kokosfett

  • Ca. 200 ml Wasser

  • Kürbiskernöl

  • 1 EL Kürbiskerne

Zubereitung:

  1. Wasche und schneide den Kürbis und die Pastinake klein.

  2. Erhitze das Kokosfett in einem Topf und röste das gewürfelte Gemüse sowie den Ingwer kurz an. Auch das Currypulver dazugeben.

  3. Mit Wasser aufgießen und ca. 10 Minuten kochen lassen.

  4. Gib nun die Kokosmilch dazu und nimm den Topf vom Herd und lass die Suppe etwas abkühlen.

  5. Püriere das weichgekochte Gemüse und serviere die Suppe mit einem Schuss Kürbiskernöl und ein paar Kürbiskernen oben drauf.




Ich kann dir wirklich nur von Herzen empfehlen, dass du dir zwei Entlastungstage vor den eigentlichen Fastentagen nimmst, um dich auf das Heilfasten-Erlebnis voll und ganz einstimmen zu können. Du wirst sehen, die Fastentage sind viel mehr als ein reiner Nahrungsverzicht. Es ist eine Erfahrung, die sich auf allen Ebenen deines Lebens auswirken wird. Sei also so gut es geht vorbereitet, um eine wertvolle Erfahrung sammeln zu können.


Noch ein Tipp zum Schluss

Seit meiner ersten Heilfasten-Kur lege ich ein bis zwei Mal im Monat einen Entlastungstag ein. Dabei ernähre ich mich so, wie in diesem Beitrag beschrieben und gebe meinem Darm und Kopf an diesem Tag besonders viel Ruhe. Am nächsten Tag geht es dann wie gewohnt weiter. Man könnte also sagen, ein Entlastungstag für zwischendurch.


Ich wünsche dir viel Freude und Erfolg beim Fasten und hoffe, der Blogbeitrag kann dir dabei helfen, dich bestmöglich auf die Fastentage vorzubereiten. In Teil 2 und 3 der Blogserie zum Thema Heilfasten erfährst du mehr zu den Fastentagen und zu den Tagen nach dem Heilfasten.


Auf meinem Instagram Account findest du in den Story Highlights „Heilfasten“ Einblicke in meine Fastenerfahrung. Schau gerne vorbei! Auch freue ich mich, wenn du deine Erfahrungen, Fragen und Meinungen unten in der Kommentar-Box mit der myFODMAP Community teilst.












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